Insgesamt 5 Familien / Betreuer besuchten das Ambulante Modellprojekt Holle. Wir wurden sehr freundlich empfangen und konnten nach einer kurzen Einführung die Wohnanlage besichtigen.

 

Sehr geduldig und ausführlich wurden von dem Team der Diakonie Himmelsthür unsere Fragen beantwortet. Imponierend mit welcher Kompetenz, Offenheit und Transparenz man uns das Modellprojekt näher brachte. Deutlich spürbar war auch, dass die Orientierung an den Bedürfnissen der Bewohner  bei der Umsetzung des Konzeptes im Vordergrund steht.  An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank dafür.

Noch mehr als die nagelneuen, schönen und hellen Wohnungen beeindruckte uns allerdings das Konzept des Modellprojektes. Das gewisse "Etwas" des Projektes ist aus Sicht der Bewohner (und deren Eltern) der Barrierehelfer. Anders als beim Ambulanten Wohnen ist hier für den Notfall immer jemand präsent, der helfen kann, die Tücken des Alltags zu bewältigen.

 

Die Wohnanlage selbst liegt sehr zentral. Shoppen und relaxen kann man nach wenigen Schritten im Ort, auch Ärzte oder Physiotherapie gibt es in unmittelbarer Nähe. Die Einbindung in den Ort ist gelungen, der "Inklusionsgedanke" kommt zum Tragen. Kurz und sehr vereinfacht formuliert: Die Mieter gehen morgens zur Arbeit, kommen nach Hause, erledigen Einkäufe usw. und machen es sich in ihrem Reihenhäuschen bequem oder treffen sich mit Nachbarn auf der Terrasse. Sind weitere Hilfen erforderlich, können z. B. pädagogische oder pflegerische Leistungen dazu gebucht werden. Mit der Sicherheit des verlässlichen Ansprechpartners im Hintergrund für viele Menschen mit Handikap eine umsetzbare "normale" Lebensform. Das Konzept zum Nachlesen...

Zum Schluss bat uns ein Mieter in sein neues "eigenes Reich". Sehr selbstbewusst und stolz präsentierte er uns seine erste eigene Wohnung. Eine Besucherin aus unserer Gruppe wollte am liebsten gleich nebenan einziehen und für einen Besucher stand sofort fest, dass er auch mal in so eine Wohnung ziehen möchte.

 

Somit können wir nur auf viele Nachahmer hoffen, die dieses Konzept zwischen ambulant und stationär aufgreifen, weil es ein inklusives Modell ist, das ein tragfähiges Unterstützungsnetzwerk bietet, um ein selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen.