Der Auftakt der Veranstaltung gestaltete sich etwas turbulent. Da das Interesse unerwartet hoch war, mussten alle tatkräftig "Möbel rücken" um den Umzug, vom Besprechungsraum in die Turnhalle der Kita, zu bewältigen. 

 

Nachdem dann auch der Beamer zurechtgerückt und die Texte gut lesbar waren, erläuterte Annegret Heumann, Inklusionsbeauftragte der Landesschulbehörde für die Region Braunschweig, den aktuellen Stand zum Thema Inklusion in Schulen.

 

Laut niedersächsischem Schulgesetz gilt ab dem 1. August 2013 der Rechtsanspruch auf Inklusion. Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (vorher Förderbedarf) melden ihre Kinder an der von ihnen gewählten Schule "ganz normal" an.  Da aber nicht zeitgleich alle Schulen inklusiv werden können (z. B. weil bauliche Veränderungen notwendig werden), können für die Übergangszeit bis 2018 Schwerpunktschulen eingerichtet werden. Konkret bedeutet das für die Eltern: sie bestimmen zwar in jedem Fall die Schulform, aber nicht zwangsläufig den Ort der Beschulung.

 

Annegret Heumann, Landesschulbehörde Alle Kinder mit sonderpädagogischem Unter-stützungsbedarf können ab dem 1. 08. 2013 in der 1. Klasse der Grundschule, bzw. aufsteigend ab der 5. Klasse in der Sekundarstufe 1 unterrichtet werden. Lediglich der Primarbereich der Förderschule Lernen läuft am 1. August 2013 aufsteigend aus.

 

Derzeit steht den Schulen eine sonderpädagogische Grundversorgung von zwei Stunden pro Klasse und Woche zur Verfügung. Für Kinder mit dem Unterstützungsbedarf geistige Entwicklung gibt es zusätzlich fünf Förderstunden pro Woche, im sozial-emotionalen Bereich voraussichtlich drei Stunden.

 

Die Stundenversorgung ist einer der Bereiche, die noch durch untergesetzliche Regelungen, der Name verrät es, genauer geregelt werden müssen. Dazu bleibt Zeit bis zum Inklusionsstart im August 2013.

 

Sonderpädaogischer Unterstützungsbedarf ist nur für die Zeit der Schulpflicht geregelt. Eine Unterstützung in der Berufschule ist gesetzlich  nicht vorgesehen.

 

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass das neue Gesetz auch viele neue Fragen aufwirft. So wurde die Befürchtung von Eltern deutlich, ob eine ausreichende sonderpädagogische Unterstützung gewährleistet werden kann (Förderstunden / Lehrermangel). Können sich Lehrer entsprechend fortbilden, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden? Macht es Sinn in einer inklusiven Schule,  Ressourcen weiterhin an einzelne Kinder zu binden?

 

Das Niedersächsische Kultusministerium informiert auf seiner Homepage zur "Einführung der inklusiven Schule". Auf der Seite finden Sie zudem Links, die weiterführende und detaillierte Informationen bieten, u.a. eine Online-Broschüre zum Thema.